Bergbausammlung
Rotthausen


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Als sich im Jahre 1976 im Gelsenkirchener Stadtteil Rotthausen eine Arbeitsgruppe bildete, um die Geschichte dieses Ortes aufzuarbeiten und Zeugnisse aus Vergangenheit und Gegenwart zu sammeln, hat niemand auch nur im geringsten erwartet, dass es gut dreißig Jahre später einmal ein Stadtteilarchiv und eine Bergbausammlung in Rotthausen geben wird.

Die Arbeitsgruppe Rotthauser Geschichte gründete 1987 aus der damaligen Arbeit heraus den Verein Stadtteilarchiv Rotthausen e.V., der sein Archiv seit dem ständig und konsequent ausbaut und im Volkshaus Rotthausen untergebracht ist.

Wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Ortes und heutigen Stadtteils Rotthausen hat der Bergbau und die hier ansässige Zeche Dahlbusch, aber auch die im direkten Umfeld befindlichen Zechen.

Seit dem Auslaufen des Bergbaus in unserer Region und der Stilllegungen der Zechen verstärkte sich auffallend die Nachfrage nach Bergbauinformationen beim Stadtteilarchiv aber auch in der historischen Sammlung des Heimatbunds Gelsenkirchen e.V.

Die steigende Informationsnachfrage führte zu der Überlegung, die umfangreichen Bergbaubestände aus dem Stadtteilarchiv Rotthausen und die Bestände aus der historischen Sammlung des Heimatbundes in einer Bergbausammlung zusammenzufassen und so wurde 2002 die ‚Bergbausammlung Volkshaus Rotthausen’ gegründet, die, wie der Name schon sagt, ebenfalls im Volkshaus Rotthausen untergebracht werden konnte.

Die Arbeitskreise Essen und Gelsenkirchen des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V. beteiligten sich an der Bergbausammlung, die vor allem die bei der Projektbearbeitung angefallenen Unterlagen und Arbeitsergebnisse in die Sammlung einstellten.

Die Bestände der Bergbausammlung werden seit der Gründung ständig ausgebaut und erweitert, wobei insbesondere Informationen zum Steinkohlenbergbau des Ruhrgebietes, aber auch über den Bergbau in anderen Regionen in Deutschland und in der übrigen Welt zusammengetragen und bei Bedarf zur Verfügung gestellt werden.

In der Sammlung befinden sich an Bergbauliteratur: Gesetze, Richtlinien und Vorschriften, Bücher (ca. 2.500 Titel), Drucksachen und Prospekte und Zeitungsausschnitte zu Bergbauthemen, die nach Regionen und Zechenanlagen sortiert sind.

An Bergbau- und Werkszeitschriften sind alle wesentlichen Ausgaben vorhanden, so die Zeitschrift Glückauf von 1898 an, die Zeitschrift „Der Anschnitt“, „Ruhrkohle bzw. Steinkohle“, „Der Kompass“, „Bergfreiheit“, „Bergbau-Rundschau“ und viele andere sowie viele Werkszeitschriften wie „Unser Pütt“, „wir“, „Das Werk“, „Zechenzeitung“ und viele mehr. Es wird versucht, die fehlenden Ausgaben der einzelnen Zeitschriften und Werkszeitschriften zu komplettieren.

Fotos von Bergbauanlagen und -einrichtungen stehen als Papierbilder, als Dia-Positive oder in digitaler Form zur Verfügung. Der Aufbau der digitalen Bilddatenbank läuft seit Jahren und ist noch nicht abgeschlossen. Aktuell verwendete Fotos werden sofort digitalisiert, die älteren Bestände an SW-Negativen, Dia-Positiven und Papierbildern werden nach und nach digitalisiert. Entsprechende Ordnungssysteme ermöglichen einen schnellen Zugriff auf jedes Bild.

Neben den über Jahrzehnten im Stadtteilarchiv und der historischen Sammlung Heimatbund zusammengetragenen Akten und Unterlagen zu stillgelegten Bergwerken konnten größer Bestände bei der Auflösung von Archiven in die Bergbausammlung übernommen werden.

Pläne, vor allem Lagepläne der Bergwerksanlagen, aus allen Zeiten des Bergbaus sind ebenso vorhanden wie große Teile des Planwerkes der Westfälischen Berggewerkschaftskasse bzw. der DMT.

Womit nicht gerechnet worden war, war das enorme Wachstum dieser Sammlung.

Neben den „Papierbeständen“ gibt es auch eine Sammlung von Bergbaugegenständen, die jedoch aus Platzgründen zunächst nicht weiter ausgebaut werden konnte. Hierin finden sich eine ansehnliche Sammlung von Grubenlampen, Arbeitsgeräten, von der Hacke und Schüppe bis zum Abbau- und Bohrhammer, Arbeits- und Sicherheitseinrichtungen und eine Vielzahl von Werbematerialien und sonstigen bergbaubezogenen Gegenständen.

Die Sammlung war inzwischen so groß geworden, dass die vorhandenen Räume nicht mehr ausreichten. Eine Lösung des Unterbringungsproblems war dringend erforderlich und hier kam uns Herr Wilhelm Tax von der GfW (Gesellschaft für Wohnungsbau) zu Hilfe, der uns das Ladenlokal Belforter Straße 20, 45884 Gelsenkirchen, für die

Bergbausammlung Rotthausen

zur Verfügung stellte.

Wir haben die Räume zum 1. Juli 2008 übernommen und sie für unsere Zwecke eingerichtet. Das größte Problem war dabei der vom Vormieter zurückgelassene Teppichbodenkleber auf der gesamten Fläche, dessen Entfernung uns einige Monate Knochenarbeit gekostet hat.

 

Zurzeit ist nur der Archivteil fertig.

 

In der freien Fläche wird in den kommenden Wochen und Monaten eine Ausstellung zum ‚Tagesablauf eines Bergmanns’ entstehen.

Zusätzlich wird einiges aus der Rotthauser Industrie dargestellt, zu den Themen Schraubenfabrik, Glasherstellung, Zementwarenindustrie und Ziegeleien.

Der vorhandene Kellerbereich wird bergmännisch ausgebaut. Fotos zeigen auf, wie es dort einmal aussehen soll.

Die neue Bergbausammlung wurde am 26. April 2009 gleichzeitig mit den Ausstellungen Vestgeld und Natürlich! Gelsenkirchen eröffnet.

Ein Besuch ist jeden Dienstag von 14.00 bis 19.00 Uhr möglich.

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