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Logo der Bergbausammlung

Schlägel und Eisen

Unser Logo ist das „Schlägel und Eisen“-Motiv, traditionelles Berufszeichen der Bergleute und international bekanntes Symbol des Bergbaus.

Es stellt das typische Gezähe des Bergmanns dar. Jahrhunderte lang waren Schlägel und Eisen die grundlegenden Instrumente beim Abteufen von Schächten und beim Vortrieb von Stollen und Strecken durch das feste Gestein. Erst im 17. Jahrhundert verdrängte das Schießen mit Schwarzpulver diese schwere Handarbeit.

Schlägel und Eisen - Entwurf für die spätere DIN-Norm, gezeichnet von Otto Dünbier

Das Zeichen besteht aus zwei gekreuzt übereinander gelegten Werkzeugen:

Der Schlägel

Der Schlägel ist ein bergmännischer Fäustel, ein schwerer Schlaghammer mit hölzernem Stiel; der eiserne Kopf mit viereckigem Querschnitt ist auf beiden Seiten flach. Er diente dem Einschlagen des Bergeisens.

Das Wort Schlegel (in manchen Bedeutungen wahlweise auch Schlägel geschrieben) bezeichnet diverse Werkzeuge oder sonstige Geräte, die (z.B. im Handwerk, beim Fassanstich eines Bierfasses, in Musikinstrumenten und bei der Bildhauerei) zum Schlagen verwendet werden. Herkunft beider Schreibweisen ist das althochdeutsche Substantiv slegil, abgeleitet vom Verb schlagen (althochdeutsch slahan).

In der Bergmannssprache gilt ausschließlich die Schreibweise Schlägel.

Das Bergeisen

Das Bergeisen ist ein etwa 15 cm langes und 2 cm breites keil- oder meißelartiges Werkzeug. Die Spitze heißt Örtchen, die Schlagfläche Bahn. Das Eisen hat in der Mitte ein Auge, in welches der Stiel (Helm) gesteckt wird. Der Helm ist im Auge nicht fest verkeilt, sondern nur relativ locker eingesteckt und ragt – wie es im Symbol erkennbar ist – über das Spitzeisen hinaus. So kann es leicht vom Stiel getrennt und nicht nur tiefer in eine Kluft eindringen, sondern auch ein neues Eisen aufgesteckt werden. Das war während einer Arbeitsschicht mehrmals nötig, denn das Spitzeisen wurde schnell stumpf. Daher nahm der Bergmann stets mehrere Eisen zur Arbeit mit, die nach der Schicht in der Bergschmiede wieder geschärft wurden.

Heraldisches Symbol

Seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist das „Schlägel und Eisen“ als Bergmannswappen gebräuchlich. In der Heraldik kommt das Motiv als Sinnbild für den Bergbau häufig vor, wie zum Beispiel im Stadtwappen von Gelsenkirchen, wo es auf den Bergbau als Grundlage der Stadtwerdung verweist.

Form des Symbols

Die beiden Werkzeuge sind in der Form eines Andreaskreuzes angeordnet, und zwar so, wie sie der Bergmann nach der Arbeit ablegen würde:

  • Das in der linken Hand gehaltene Eisen ist mit dem Griffholz nach links und dem Spitzeisen nach rechts ausgerichtet abgelegt.
  • Der mit der rechten Hand geführte Schlägel, mit dem das Eisen auf das loszubrechende Gestein geschlagen wird, weist mit dem Stiel nach rechts und dem Kopf nach links oben.

Die Zeichnung von Otto Dünbier für die DIN

Unsere Zeichnung stammte aus der Feder des Bergrats Prof. Dr.-Ing. Otto Dünbier (* 1903 – † 1982), als er noch ein junger Bergbauingenieur war. Später war er 25 Jahre lang (1947-72) Vorstandsvorsitzender der Vereinigung der Bergbau-Spezialgesellschaften. 1953 wurde er Vorsitzender des Grubenvorstandes bei Thyssen und danach Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der Thyssen Schachtbau GmbH. Seit 1962 Honorarprofessor am Institut für Bergbauwissenschaften der TU Berlin, wurde Dünbier 1975 als Ehrenmitglied der Universität geehrt.

Die Zeichnung erschien schon 1933 in Dünbiers dreibändigem Werk „Der Kumpel“ und diente als Vorlage für die spätere DIN-Norm. Bis heute ist die Form des Zeichens durch DIN 21800:1977-10 genau festgelegt.

Schlägel und Eisen als „Buchstabe“

Im Unicode-Zeichensatz nach der internationalen Norm ISO 10646 ist das „Schlägel und Eisen“ als Schriftzeichen vorhanden. Somit behandeln es moderne Computersysteme quasi wie einen Buchstaben. Dieses international gültige Zeichen entspricht jedoch nicht der von der DIN vorgeschriebenen Form.

Text: Philip Ralph
Quellennachweis: Die Informationen wurden teilweise aus Wikipedia entnommen.
Definitionen und Etymologie: Duden Deutsches Universalwörterbuch, Mannheim, 1989